EU / International

Die Europäische Union hat den Bürgern politische Stabilität und mehr wirtschaftlichen Wohlstand gebracht. Für jeden Einzelnen bedeutet die EU größere Chancen auf berufliche und persönliche Entfaltung und somit mehr individuelle Freiheit. Die Europäische Union bedeutet aber auch, dass die Gesetzgebung zu einem großen Teil in Brüssel stattfindet. Nationale Wirtschaftspolitik der Mitgliedsstaaten kann nicht mehr getrennt von Entscheidungen in Brüssel betrachtet werden. Diese Entwicklung hat durch die Folgen der Schuldenkrisen mancher Euro-Mitgliedsländer eine erneute Beschleunigung erfahren.
International ist der Blick auf die Erfahrungen anderer Staaten Grundvoraussetzung dafür, das weltweit vorhandene Wissen bestmöglich zu nutzen. Sei es um ein tieferes Verständnis füreinander zu entwickeln oder um durch einen Best-practice-Vergleich bessere Lösungen für die wirtschaftspolitischen Herausforderungen zu finden.

Weg zu mehr Vertrauen und Stabilität in Europa

Konrad

(25.09.2011) Am 29. September 2011 befindet der Bundestag über die Ausweitung des Euro-Rettungsschirms European Financial Stability Facility (EFSF). Mit der Fortführung der Rettungspakete für hochverschuldete Eurostaaten bei fortschreitender Zentralisierung der Wirtschaftspolitik auf EU-Ebene können jedoch Vertrauen und Stabilität in der Eurozone langfristig nicht wiederhergestellt werden. Zielführender wäre ein deutliches Bekenntnis zur haushaltspolitischen Autonomie nationaler Staaten bei gleichzeitiger Verantwortung für ihr Handeln. Ein Schuldenschnitt kann für Griechenland ein notwendiger Schritt sein. Zugleich muss der Finanzsektor stabilisiert werden können, solange deutlich erhöhte Eigenkapitalvorschriften noch nicht zu einer grundlegenden Stabilisierung der Finanzmärkte geführt haben. Das ist Ergebnis eines ECONWATCH-Meetings zur europäischen Schuldenkrise mit Kai Konrad, Direktor des Max-Planck-Instituts für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen, München.

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ECONWATCH-Policy Brief Europäische Schuldenkrise


Hinweis: Seit 2010 sind wir unter dem Namen "ECONWATCH – Gesellschaft für Politikanalyse e.V." tätig. Mit seinen Veranstaltungen und Veröffentlichung zielt ECONWATCH auf eine stärkere Information und Bildung von Fachkreisen und der Öffentlichkeit.


Die Wirtschaftspolitik der Vereinigten Staaten - Ein Vorbild für Deutschland?

(29.10.2009) Lange Zeit galten die USA mit ihrem weitgehend auf privater Initiative basierenden und durch große Flexibilität gekennzeichneten Wirtschaftssystem als "Benchmark" für Deutschland bzw. Kontinentaleuropa. Die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise hat allerdings deutlich gemacht, dass das angelsächsische Modell teilweise nicht auf einem soliden Fundament basierte. So war die US-Wirtschaftspolitik jahrelang einseitig auf Stabilisierungspolitik ausgerichtet. Strukturreformen blieben aus. Ursachen der Finanzmarkt- und Immobilienkrise waren massive globale Ungleichgewichte, lockere Geldpolitik, Versäumnisse der Finanzmarktregulierung, unzureichende Haftungsregeln und eine nicht risikogerechte Kreditvergabe auch aufgrund staatlicher Regelungen. Die US-Regierung hat schnell und aggressiv mit einer keynesianischen Stabilisierungspolitik auf die Finanz- und Wirtschaftskrise reagiert. Notwendige Strukturreformen zur Behebung der Krisenursachen stehen jedoch noch aus. Hierzu gehört insbesondere die Stärkung des Prinzips der individuellen Haftung bei Risikoübernahme und eine bessere Finanzmarktregulierung auf Basis internationaler Vereinbarungen. Zudem sollten die krisenbedingten geld- und fiskalpolitischen Interventionen rechtzeitig zurückgefahren werden.

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Hayek-Kreis-Statement Wirtschaftspolitik der USA